Ursuppe

Die Ursuppe wandelt sich

Mehr Akzente in Gold, mehr Intarsien aus der Natur. Sylvia von Bernstorff, die mir 2015 das Arbeiten mit Faktur nahebrachte, hat nur gegrinst: "Jochen und sein heiliges Weiß". Lange bevor ich selbst kapiert habe, wo die Reise hingeht. Zum Weiß kam noch Gold, die Farbe der Heilung. Aber die Adjektive "geheilt" und "heilig" sind enger verwandt, als ich es wahrhaben wollte.

Plötzlich interessieren mich urchristliche Archetypen. Aus der Zeit, bevor die Kirchen mit ihrer spirituellen Selbstzerstörung begonnen haben. Die Nähe zu meinem systemischen Thema ist augenfällig: Jede Klärung in der Seele - Ängste, Depression, Konflikte, was auch immer - hat einen spirituellen Anteil. Wo komme ich her? | Wer bin ich? | Wo gehe ich hin? Die Sinnfragen.

Tatorte Kunst 2016

Die Bilder rütteln an ihren Rahmen

2011 die Spurensuche. Bei den Kunsttätern suchen Fotografien den Dialog mit Skulpturen. In der Nacht vor der Vernissage alle Bilder aus den Rahmen genommen, weil es nicht funktioniert hat. Später Malerei mit Tonschlicker bei Margit Bayer in der Kunstwerkstatt Rauenthal. Die Bilder entwickeln Haptik, Risse, Eigenleben.

2015 die Begegnung mit Faktur. Wieder das Drängen in's Außen. Die Reliefs wachsen zu Skulpturen, die sich nicht trauen, ihre Bilderrahmen loszulassen. Das überbewusste Rauschen der Fakturmasse. Die Ursuppe.

Das Unwillkürliche bleibt führend, der Verstand darf beitragen. Gemeinsam formen sie die Ursuppe zu Projektionsflächen. Für die inneren Filme der Betrachter. Fokussierung der Aufmerksamkeit durch Reduktion, durch Verzicht.

Die Botschaft bestimmt der Empfänger

Gehe zu (go to): _blank Die Werkserie "Ursuppe" bei Tatorte Kunst